Philosophie

 

Schweden


Liebe zu Kunst, Sommer und Sonne.


Dieser Titel hat für mich eine große Bedeutung und lässt das Gefühl aufblühen welches ich habe, wenn ich an meine Heimat denke - an Schweden. Das Land in dem das Licht des Sommers einzigartig ist auf dieser Welt. Der Titel weckt die Erinnerung an meine Kindheit: Gemeinsame Zeit mit der Familie, Sommer voller Sonne und Wärme, die Küste mit ihren Klippen und dem tosenden Wind, der klaren und reinen Luft und den unzähligen Bädern im Meer - Meine Leichtigkeit des Lebens.






Schweden | Heimat


1951 wurde ich in Göteborg geboren. Dort wuchs ich auf, ging zur Schule und war Teil einer Familie, die sich sehr am öffentlichen kulturellen Leben beteiligte. Meine Leidenschaft zur Kunst wurde früh geprägt. Junge, bedeutende Künstler gingen in meinem Elternhaus ein und aus. Sehr bald teilte ich das große Interesse meiner Eltern an Farben und Formen und wusste, dass auch ich eines Tages Künstlerin werden wollte.


1970 machte ich mein Abitur und entschied mich für eine Lehrausbildung an der Universität Göteborg, in den Fächern „Textiles Werken „ und „Kunst". Ich hatte nie vor als Lehrerin zu arbeiten, doch dieser Weg bildete mich aus und fort in meinen Interessen und gab mir zugleich das Gefühl einer sicheren Ausbildung. Auch wusste ich, dass mir diese Fächer für mein weiteres Leben als Hausfrau und Mutter später einmal sehr nützlich sein könnten. (Hört sich vielleicht heute etwas altbacken an, aber früher hatte das durchaus noch eine Bedeutung im Leben einer jungen Frau).



1974 schloss ich mein Studium erfolgreich ab, heiratete und zog nach Deutschland - nach Hamburg. Und tatsächlich, nachdem ich mein errungenes Fachwissen der Textillehre während meines Nestbaus voll ausgeschöpft hatte, von den selbstgenähten Gardinen, über Bettwäsche, die gewebten Teppiche bis hin zu den Webbildern an den Wänden und dann noch meine beiden Kinder in die Welt gesetzt hatte ... kam wieder die Sehnsucht nach Kunst.

1979 begann ich in Hamburg an Abendkursen für „Malerei" teilzunehmen. Es erfüllte mich und gab mir zu dem familiären Alltag eine kleine Abwechslung. So fand die Kunst wieder einen wichtigen Platz in meinem Leben, begleitet von inspirierenden Kunstreisen und zahlreichen, erfolgreichen Ausstellungen in Deutschland, Schweden und Frankreich.

1998 nahm mein Leben eine neue Wende. Getrennt von meinem Mann zog ich mit meinem Lebenspartner nach Werder an der Havel. Ich ließ viele Freunde zurück und auch die Kunst verlor für lange Zeit ihre Aufmerksamkeit in meinem Leben. Wir gründeten ein Unternehmen (welches mit Kunst nichts zu tun hatte) und wollten uns eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Dies ist uns auch gelungen. Mit sehr viel Kraft, Energie und Geduld und auch Liebe haben wir es dann gemeinsam geschafft. Für Kunst gab es damals keinen Raum und keine Zeit, es ging um die Existenz.

 


2007 fiel mir „zufällig" beim Aufräumen ein alter Artikel von 1997 in die Hände. „Mit Leib und Seele für die Malerei" - in diesem Artikel beschrieb Anke Kröning meine letzte Ausstellung in Hamburg. Ich erinnerte mich an meine einst so farbenstarke, fröhliche und sinnliche Welt der Malerei. Eine Welt die schon lange keinen Platz mehr in meinem Leben gefunden hatte. Plötzlich spürte ich, dass die Kunst immer meine Kraftquelle gewesen war. Mir wurde bewusst, dass ich dorthin wieder zurückfinden musste. Nach 10 Jahren „Kunst"-Pause hatte mich die Malerei wieder eingeholt und ich beschloss zu meiner alten Liebe zurückzukehren.

2008 ging ich für den gesamten Sommer nach Schweden und widmete mich leeren Leinwänden und weißem Papier. Die große Schaffenspause war beendet.


Seit meinem glücklichen Neustart wurden meine Bilder im Dezember 2008 in Bonn ausgestellt unter dem Titel „Und der nächste Sommer kommt bestimmt". Ich bewege mich aktiv und engagiert in der „Werder" Kunstszene und genieße den inspirativen und produktiven Austausch mit den anderen Künstlern. Ich bin glücklich wieder angekommen zu sein.




2009 Im Sommer hatte ich wieder in Schweden ausgestellt. An dem Ort, an dem ich viele glückliche Sommer mit meinen Eltern und meinen Kindern verbracht habe, in Frillesas. Ein Ort an dem sich „Die Kunst" der Sommer und die Sonne trifft.

 

Ann-Louise Schwieger